Ein Betriebssystem für den E-Commerce in Europa – auch über Zalando hinaus

22. März 2024
Technologie
Person with open laptop; on screen it reads: Europe unlocked

Zalando entwickelt seine Strategie weiter, um ein Ökosystem für Mode- und Lifestyle-E-Commerce aufzubauen. Die Entwicklung hin zu einem Ökosystem wird es Zalando ermöglichen, einen größeren Anteil des Marktes für Mode und Lifestyle abzudecken sowie die Beziehungen zu Kund*innen und Partnern zu vertiefen. ZEOS, die neue B2B-Marke, die im Herbst 2023 eingeführt wurde, ist eine wichtige Säule der neuen Strategie, da sie Marken und Einzelhändler bei ihren E-Commerce-Aktivitäten unterstützt – weit über Zalando hinaus.

Europa ist komplex: eine Kombination aus einzigartigen Märkten

Europa wird oft als ein großer Markt betrachtet, ähnlich wie die USA oder China. Allerdings ist der Kontinent eher eine Kombination aus vielen einzelnen Märkten. In den USA sprechen die meisten Menschen die gleiche Sprache, zahlen in US-Dollar und lassen sich ihre Pakete von einem der großen US-Lieferdienste zustellen. In Europa gibt es dagegen über 40 verschiedene Länder mit mehr als 30 Sprachen und Währungen, sowie unterschiedliche Zahlungsmethoden und Lieferdienste. Hinzu kommt, dass die Europäer*innen verschiedene Einkaufsgewohnheiten und lokale Vorlieben haben.

So wird in Deutschland beispielsweise die Lieferung nach Hause bevorzugt, während viele Menschen in Polen ihre Pakete lieber bei einer Paketstation abholen. Aber es wird noch komplizierter, denn in jedem europäischen Markt gibt es lokal relevante Vertriebskanäle, wie z. B. ASOS im Vereinigten Königreich oder La Redoute in Frankreich. Wenn Marken ihr Geschäft ausbauen und internationalisieren wollen, müssen sie all diese Faktoren berücksichtigen und auf mehreren Vertriebskanälen aktiv sein.

Kostspielig und ineffizient: Herausforderungen für Marken und Einzelhändler

Infolgedessen stehen Marken und Einzelhändler vor großen Herausforderungen, wenn sie ihre Kund*innen über verschiedene Märkte und Kanäle hinweg in Europa bedienen möchten. Erstens benötigen sie Dutzende von Integrationen. Damit sind die Verbindungen zu den einzelnen Verkaufskanälen, Zahlungsanbietern und Lieferdiensten gemeint, um in jedem Markt ein lokalisiertes Einkaufserlebnis anbieten zu können. Zweitens müssen sie die Nachfrage im Vorfeld abschätzen und ihren Warenbestand dementsprechend auf die verschiedenen Verkaufskanäle aufteilen. Einen Teil des Bestands liefern sie möglicherweise an große Marktplätze, einen anderen Teil belassen sie in ihren eigenen Lagern oder bei externen Logistikanbietern.

Das hat zur Folge, dass Artikel nicht flexibel zwischen verschiedenen Verkaufskanälen und Märkten hin- und hergeschoben werden können, was in einigen Kanälen zu Überbeständen führt, während Artikel in anderen nicht mehr vorrätig sind. Drittens kämpfen Marken mit einem Mangel an Transparenz und Einblicken in ihr Online-Geschäft. Sie müssen sich mit mehreren Nutzeroberflächen und isolierten Produktdaten auseinandersetzen und sind oftmals nicht in der Lage, ganzheitliche Entscheidungen über alle Verkaufskanäle hinweg zu tätigen. Und schließlich müssen sie aufgrund der aufgeteilten Warenbestände und mangelnden Steuerungsmöglichkeiten viele unnötige Pakete versenden.

Gestützt auf jahrelange Erfahrung und die Fähigkeiten von Zalando

In den vergangenen 15 Jahren hat Zalando sein Geschäft erfolgreich in ganz Europa expandiert, dabei wertvolle Erfahrungen gesammelt, ein einzigartiges technisches Know-How aufgebaut und in ein europaweites Logistiknetzwerk investiert, das auf Mode und Lifestyle zugeschnitten ist. Mit dem Start des Partnerprogramms und der Zalando Logistics Solutions wurde diese Infrastruktur bereits für Partner geöffnet, die über Zalando verkaufen. Mehr Informationen gibt es in diesem Video:

Multi-Channel: E-Commerce über Zalando hinaus

Mit ZEOS arbeitet Zalando an einem Betriebssystem für den E-Commerce und wird sich weiter für Marken und Einzelhändler aus den Bereichen Mode und Lifestyle öffnen – unabhängig davon, ob sie auf Zalando verkaufen oder nicht. In Zukunft wird sich dies auf drei Angebote konzentrieren: Logistik, Software und Dienstleistungen. Logistik umfasst die physische Infrastruktur, also die 12 Logistikzentren, 20 Retourenzentren und 40 lokalen Transportdienstleister, auf die Marken und Einzelhändler über ZEOS zurückgreifen können.

Software bezeichnet die darauf aufbauenden digitalen Dienstleistungen. Mit deren Hilfe können Marken und Einzelhändler künftig ihre Verkäufe über verschiedene Märkte und Kanäle (wie z. B. ASOS oder About You) steuern. Zudem bekommen sie damit die Möglichkeit, datenbasierte Entscheidungen zu treffen und ihr E-Commerce Geschäft zu optimieren, z. B. durch Einblicke in Verkaufs- und Retourenraten. Der dritte Bereich, Dienstleistungen, umfasst zusätzliche Angebote, die künftig über ZEOS angebunden werden können, z. B. von Content-Produzenten oder Finanz- und Steuerberatungen. Diese drei Ebenen greifen nahtlos ineinander, können aber den Bedürfnissen entsprechend flexibel und einzeln genutzt werden.

Pyramide mit drei Ebenen, von oben nach unten: Servies, Software, Logistik

Vier entscheidende Vorteile für Marken und Einzelhändler

Um die komplexen Herausforderungen für Marken und Einzelhändler zu lösen und einen Mehrwert für sie schaffen, setzt ZEOS auf die Vereinfachung bestehender Prozesse: eine Integration für den Zugang zu allen gewünschten Verkaufskanälen; ein zentraler Warenbestand statt starrer Zuteilung; ein Steuerungstool anstelle von mehreren eigenständigen Benutzeroberflächen; ein Paket mit gebündelten Bestellungen.

Reihe mit vier Illustrationen: Eine Integration - Ein Warenbestand - Ein Steuerungspool - Ein Paket

Mit einer Integration vereinfacht ZEOS den Zugang zu verschiedenen europäischen Verkaufskanälen und Dienstleistern. Statt wie bisher jeden Marktplatz oder Transportdienstleister einzeln anzusteuern, können Marken mithilfe von ZEOS in einem Rutsch verschiedene Kanäle verwalten und z. B. ihre Verkaufs- oder Artikeldaten an einem zentralen Ort aktualisieren. Ein zentraler Warenbestand bedeutet, dass der gesamte Vorrat an Artikeln, den eine Marke verkaufen möchte, zentral in unseren Logistikzentren gelagert wird. Der Warenbestand kann dann entsprechend der Nachfrage ganz einfach über alle gewünschten Verkaufskanäle verschoben werden, was optimale Lagerbestände und eine bessere Verfügbarkeit des Sortiments gewährleistet.

Ein Steuerungstool ermöglicht es den Marken, informierte Entscheidungen über alle Verkaufskanäle hinweg zu treffen. So können sie z. B. sehen, auf welchen Plattformen oder in welchen Märkten sich Teile ihres Sortimentes besonders gut verkaufen und wo nachgesteuert werden sollte. ZEOS gibt ihnen volle Transparenz und Kontrolle über ihre Multi-Channel-Verkäufe und kann z. B. durch errechnete Vorhersagen die Rentabilität erhöhen. Nicht zuletzt steigert ZEOS die Effizienz bei der Lieferung. Wenn mehrere Marken auf dieselbe Logistikinfrastruktur zurückgreifen, kann ZEOS mehrere Bestellungen in einem Paket bündeln, was der Profitabilität und der Umwelt zugute kommen kann.

Die AWWG-Gruppe mit ihren Marken Pepe Jeans, Hackett und Façonable nutzt ZEOS bereits für den Verkauf ihrer Produkte auf mehreren europäischen Marktplätzen. Wie das Unternehmen mithilfe von ZEOS schrittweise neue Verkaufskanäle und Märkte erschlossen hat, zeigt das folgende Video: