Die Zukunft des perfekten Fits: 3 zentrale Erkenntnisse der CPHFW AW26

Wir kennen es alle: Online die richtige Größe zu finden, ist einer der größten Frust-Momente. Wie kann moderne Technologie eine personalisierte Passform ermöglichen, Retouren in wertvolles Feedback verwandeln und dafür sorgen, dass sich Kund*innen beim Shoppen wohlfühlen?

2. Februar 2026
Technologie
Four women during a panel discussion; the backdrop reads: Small talks - big conversation

Über diese Fragen diskutierten auf der Copenhagen Fashion Week Pelin Anli Bedirhanoglu (Director of Product Management, Zalando), Leona De Graft (VP Ecommerce, Levi’s) und Dr. Helena Lewis-Smith (Beraterin für Körperbild & Psychologie), moderiert von Amy O’Brien (Tech Editor, Vogue Business). 

Das sind die drei wichtigsten Erkenntnisse:

1. Warum Tech bisher an seine Grenzen kam

Die Technologie für virtuelle Anproben ist nicht neu – kam aber jahrelang kaum über den Status einer netten Spielerei hinaus. Warum? 

Pelin Anli Bedirhanoglu sitting on a chair, listening to the discussion

„Unsere Körper sind alle unterschiedlich und verändern sich ständig. Das gilt auch für die Schnitte und Formen von Kleidungsstücken. All das miteinander abzugleichen, um die perfekte Passform zu finden, ist eine riesige Herausforderung.“ – Pelin Anli Bedirhanoglu.

Dass es grundsätzlich möglich ist, hat Zalando in den vergangenen Jahren mit Pilotprojekten mit Marken wie Levi’s gezeigt. Die Retourenquote sank dabei deutlich – bei Jeans sogar um bis zu 40 Prozent.

„Wir haben die virtuelle Umkleidekabine von Zalando anhand von Renderings unserer Produkte getestet und mit Produktbewertungen von Kund*innen kombiniert. Die Ergebnisse waren beeindruckend.“ – Leona De Graft

Leona De Graft

Der nächste Schritt: 2026 will Zalando die virtuelle Umkleidekabine für alle Kund*innen ausrollen.
 

2. Wollen wir wirklich mit einem digitalen Zwilling shoppen?

Je besser die Technologie wird, desto wichtiger wird die Frage: Wie fühlt sie sich für die Menschen an? Dr. Helena Lewis-Smith warnte davor, dass ein digitales Abbild nicht immer positiv wirkt.

Dr. Helena Lewis-Smith

„Wenn Menschen ein Bild von sich sehen, vergleichen sie sich ganz automatisch. Wenn sie das Gefühl haben, dass das digitale Ich besser aussieht als das reale, kann das zu Scham, Angst und Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper führen. Diese Reaktionen können sich verstärken, wenn man mit einer Ganzkörper-Darstellung von sich konfrontiert wird.“ – Dr. Helena Lewis-Smith

Die Pilotprojekte von Zalando bestätigen das: „Niemand möchte seinen nackten Avatar mit der präzisen Körperform sehen“, so Pelin Anli Bedirhanoglu. Deshalb arbeitet Zalando daran, die Technologie so anzupassen, dass sie bei der Größenauswahl hilft, ohne negative Gefühle auszulösen.

Four faceless avatars wearing different types of jeans

3. Der „Style“-Faktor: Warum Daten nicht alles sind

Der perfekte Fit ist oft eine Mischung aus Daten und persönlichem Geschmack.

„Zwei Menschen mit ähnlichen Maßen können völlig unterschiedliche Passformen bevorzugen. Kund*innen kaufen teilweise viel größere Größen, um einen weiten Baggy-Look zu kreieren. Hier zeigt sich: Daten sind wichtig, aber persönliches Styling spielt eine ebenso entscheidende Rolle dabei, welche Größe und Passform wir empfehlen.” – Leona De Graft

Produktbewertungen, Fotos aus der Community und Styling-Tipps helfen Kund*innen zusätzlich, sich vorzustellen, wie sich ein Produkt an ihrem Körper anfühlt. 

Ausblick: Standardisierung ist nicht die Antwort

Die Paneldiskussion endete mit einem klaren Konsens: Die Idee einer universellen Größentabelle hat ausgedient.

„Moderne Technologie hilft uns endlich, die Brücke zwischen unseren einzigartigen Körperformen und den Modeartikeln zu schlagen. Indem wir das „Größen-Ratespiel“ durch klare, datenbasierte Empfehlungen ersetzen, helfen wir unseren Kund*innen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ – Pelin Anli Bedirhanoglu.

Zalando SE Boiler Plate DE

Über Zalando

Zalando ist Europas führende E-Commerce-Plattform für Mode und Lifestyle, gegründet 2008 in Berlin. Wir bauen ein Ökosystem entlang zweier Wachstumsfelder: Business-to-Consumer (B2C) und Business-to-Business (B2B). Im B2C-Bereich bieten wir mit unseren zwei Marken Zalando und ABOUT YOU mehr als 61 Millionen aktiven Kund*innen in 29 Märkten ein inspirierendes und hochwertiges Einkaufserlebnis für Mode- und Lifestyle-Produkte mit zahlreichen Marken aus einer Hand. Im B2B-Bereich schaffen wir mit ZEOS, Tradebyte und SCAYLE ein einzigartiges Betriebssystem für den Mode- und Lifestyle-Onlinehandel. Dabei öffnen wir unsere Logistik-, Software- und Service-Infrastruktur für Marken und Händler, um sie beim Ausbau und der Steuerung ihres Onlinegeschäfts in Europa zu unterstützen.  
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