Zalando veröffentlicht Untersuchungsergebnisse und verstärkt Maßnahmen für Vielfalt und Inklusion

Mit Abschluss der internen Untersuchung unternimmt Zalando weitere Schritte, um Vielfalt und Inklusion im Unternehmen nachhaltig zu fördern

Als europäische Plattform mit Sitz in Berlin und Mitarbeitern aus über 130 Nationen, ist es eines unserer wichtigsten Ziele, ein tolerantes und inklusives Umfeld zu bieten. Wir verstehen Zalando als Unternehmen, in dem absolut kein Platz für Rassismus und Diskriminierung ist. 

 

Vielfalt und Inklusion sind für uns eine kontinuierliche Reise, auf der wir uns stetig weiterentwickeln und verbessern wollen. Teil dieser Bemühungen ist unser Ethikkodex, in dem wir klare Erwartungen an das professionelle, ethische und verantwortungsvolle Handeln aller Mitarbeiter formuliert und mit ihnen geteilt haben.

 

Kürzlich wurden wir auf Vorfälle aufmerksam gemacht, in denen wir unseren eigenen und den Erwartungen unserer Kunden und Partner scheinbar nicht gerecht wurden. Dies haben wir sehr ernst genommen und geben im Folgenden einen Überblick über die interne Untersuchung, die unmittelbar folgte, deren Ergebnisse, sowie unsere Maßnahmen, um Vielfalt und Inklusion bei Zalando weiter zu stärken.

HINTERGRUND

Im Juni 2020 äußerte ein ehemaliger Mitarbeiter der Zalando Studios via Social Media Rassismusvorwürfe gegen Zalando im Zusammenhang mit dem Buchen von Models, dem Bearbeiten von Fotos sowie dem Gebrauch diskriminierender Sprache. Wir haben diese Vorwürfe (“Kernvorwürfe”), die sich auf 2018 beziehen, sehr ernst genommen und unmittelbare Schritte eingeleitet. Wir baten ehemalige und aktuelle Zalando-Mitarbeiter, etwaige weitere Vorfälle (“zusätzliche Vorwürfe”) zu melden, um uns ein klares Bild von der Lage in unserem Unternehmen zu machen. Gleichzeitig leiteten wir eine interne Untersuchung unter der Leitung unseres Compliance Teams ein. Um innerhalb dieser Untersuchung eine neutrale Sicht zu gewährleisten, beauftragten wir die externe Rechtskanzlei Pohlmann & Company, die auf Compliance-Themen spezialisiert ist.

 

UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE

Insgesamt wurden 26 Interviews geführt sowie relevante Materialien gesichtet. Darunter hunderte Fotos von Models vor und nach der Bearbeitung sowie Richtlinien zur Buchung von Models. Darüber hinaus wurde relevante Kommunikation per Chat und Email ausgewertet. Die Untersuchung hat die Kernvorwürfe nicht bestätigt. Sie ergab allerdings, dass es 2018 Einzelfälle gab, in denen diskriminierende oder unsensible Sprache verwendet wurde. Damals griff das zuständige Führungsteam von Zalando umgehend ein und klärte in Gesprächen mit den Beteiligten über Missverständnisse und Achtlosigkeit im Sprachgebrauch auf.

 

Manche Interviewte berichteten von zusätzlichen Fällen unangebrachter Sprache. Trotz aller Bemühungen, diesen Vorwürfen auf den Grund zu gehen, konnten wir sie nicht einzelnen Personen direkt zuordnen. Wir sind uns darüber bewusst, dass Diskriminierungsfälle leider oft gar nicht zur Sprache gebracht werden. Deshalb wollen wir unsere Mitarbeiter in Zukunft noch mehr darin bestärken, jeglichen Verstoß gegen unseren Ethikkodex zu thematisieren und/oder zu melden - egal, ob sie selbst betroffen sind, oder ein solches Verhalten bei anderen beobachten.  

 

Zusätzlich zu den Kernvorwürfen wurden sechs weitere, unabhängige Beschwerden im Unternehmen gemeldet und untersucht, die sich als Mikroaggressionen klassifizieren lassen. Mikroaggressionen sind Kommentare oder Handlungen, die unterschwellig und oft unbeabsichtigt eine vorurteilsbehaftete Einstellung gegenüber Mitgliedern unterrepräsentierter Gruppen ausdrücken. Genau wie mit anderen Formen von diskriminierendem Verhalten, werden Mikroaggressionen bei Zalando nicht toleriert und gelten als Verstoß gegen unseren Ethikkodex. Wir setzen hierbei auf die Aufklärung und Weiterbildung unserer Mitarbeiter und es folgen angemessene weitere Schritte.

RESULTIERENDE MAßNAHMEN

Das Zalando Compliance Board folgt den Schlussfolgerungen und Empfehlungen von Pohlmann & Company und sieht von disziplinarischen Maßnahmen ab. Nichtsdestotrotz werden wir die aus der Untersuchung erlangten Erkenntnisse nutzen, um unser Unternehmen zu einem besseren zu machen, in dem sich alle gleichermaßen gehört, gesehen und unterstützt fühlen. Wir übernehmen auf höchster Managementebene die Verantwortung für die Implementierung folgender Maßnahmen:

 

  • Eine klare interne Top-Down-Kommunikation gegen Rassismus mit expliziten Hinweisen auf unseren Ethikkodex und weitere relevante Regeln 
  • Einheitliche und transparente Prozessabläufe, zum Beispiel beim Buchen von Models, Produzieren von Inhalten und Durchführen von eventuellen Zweitshootings sowie adäquate Anleitungen und Ressourcen zum Styling von POC-Models 
  • Verpflichtende Anti-Diskriminierungs- und Kommunikationstrainings für alle Mitarbeiter. Zudem werden Module zu inklusivem Führen in Weiterbildungen für Führungskräfte integriert 
  • Interne Kommunikations-Kampagnen zu unserem Ethikkodex, Leitfäden zu inklusiver Sprache sowie Aufklärung darüber, wie etwaige Vorfälle angesprochen und gemeldet werden können. Außerdem gewährleisten wir die zeitnahe Rückmeldung bei allen, die Vorfälle melden, selbst wenn diese nicht den offiziellen Meldewegen folgen

 

“Rassismus hat bei Zalando keinen Platz. Das ist schon immer unsere Position gewesen und wir wollen sicherstellen, dass das auch die Erfahrung aller ist. Die Erkenntnisse aus der Untersuchung haben uns mehr Klarheit darüber gegeben, wo wir als Unternehmen stehen. Wir haben konkrete Ideen und Ansätze aus ihnen abgeleitet, wie wir noch besser gewährleisten können, dass jeder – ganz gleich ob Mitarbeiter, Kunde, Model oder Markenpartner – sich gleichermaßen wertgeschätzt, gehört und unterstützt fühlt”, sagt Zalando Mitgründer und co-CEO Robert Gentz.

 

WEITERE MAßNAHMEN FÜR VIELFALT & INKLUSION

Wir verpflichten uns zu nachhaltigen, langfristigen Veränderungen, um ein wirklich inklusives Umfeld für alle zu schaffen. Um diesen Prozess zu beschleunigen, haben unsere HR-Abteilung, eine cross-funktionale Task Force aus Führungskräften aller Unternehmensbereiche zusammen mit unserer Black Employee Connection – einer von Zalandos neun Employee Resource Groups – folgende kurz- und langfristige Maßnahmen zeitgleich zu der Untersuchung erarbeitet:

 

1. Ein Glossar für inklusive Sprache, um Teams im gesamten Unternehmen dabei zu helfen, unvoreingenommen und inklusiv miteinander zu kommunizieren

 

2. Eine kritische Analyse unserer teamübergreifenden Bild- und Influencer-Richtlinien zusammen mit unseren Employee Resource Groups, um sicherzustellen, dass die Art und Weise, wie wir Mode präsentieren, frei von Diskriminierung ist und wir weiterhin People of Colour angemessen repräsentieren und uns für die LGBTQI+ Community und Body Positivity aussprechen

 

3. Erweiterung unserer Diversity & Inclusion und Equality Teams

 

4. Wie letztes Jahr angekündigt, folgt im Herbst die erste Ausgabe unseres jährlichen Diversity & Inclusion Reports, der im Detail auf unsere übergreifenden Maßnahmen und Pläne im Bereich D&I eingehen wird. Nach seiner Veröffentlichung werden wir eine umfangreiche freiwillige Umfrage mit unseren Mitarbeitern durchführen, um einen besseren Einblick in das Selbstverständnis unserer Organisation zu erlangen

 

5. Unser Supply Team wird verstärkt in Marken investieren, deren Gründer Mitglieder unterrepräsentierter Gruppen sind.  Wir wollen noch häufiger mit vielfältigen Partnern zusammenarbeiten, um unabhängige und aufstrebende Unternehmen zu unterstützen, die unsere langfristigen Ziele im Bereich (a) Nachhaltigkeit sowie (b) Vielfalt und Inklusion teilen

 

6. Wir haben unser Whistleblowing-Tool für Mitarbeiter verbessert, um das Melden von Vorfällen von Diskriminierung oder Mikroaggressionen explizit zu fördern

 

7. Wir entwickeln und implementieren eine umfassende Inklusionsstrategie für die Black Community und starten dabei in Berlin, um danach auf die weiteren europäischen Märkte zu blicken

 

Wir wollen ganz klar ein Unternehmen sein, das die Erwartungen unserer Mitarbeiter, Kunden und Partner im Bereich Vielfalt und Inklusion erfüllt und übertrifft. Indem wir Zalando vielfältiger und inklusiver gestalten, können wir insgesamt eine positive Veränderungen für alle vorantreiben.