Wie Zalando seine Plattform für weitere Offline-Händler öffnet

Über gax-System können Händler ab sofort nicht mehr nur Schuhe, sondern auch Textilien verkaufen.

Als Online-Plattform für Mode will Zalando alle Akteure in der Modebranche miteinander verbinden. Ein wichtiges Thema ist dabei die Anbindung stationärer Geschäfte, die wir seit Herbst 2016 im Rahmen unserer “Integrated Commerce-Piloten” voran treiben. Christine Fischer-Lörch vom Schuhhaus Fischer aus Esslingen und Zeki Celic von Riegel Jeans in Bad Hersfeld berichten über ihre Erfahrungen mit dem Service und Jan Bartels, Zalandos VP Customer Fulfillment & Logistics, über die aktuelle Erweiterung des gaxsys-Piloten auf Textilien.

Wie funktioniert das Integrated Commerce-Modell?

Jan Bartels: Wir bieten stationären Händlern in Deutschland derzeit zwei Möglichkeiten, sich mit der Zalando Plattform zu vernetzen. Die erste Lösung ermöglicht Partnern im Partnerprogramm eine Tiefenintegration über unsere eigene Software-Schnittstelle, das ist vor allem für größere Unternehmen und Flagshipstores interessant, da diese Variante eine gewisse bestehende technologische Infrastruktur erfordert. Gestartet haben wir hier im Sommer 2016 mit adidas in Berlin, mittlerweile sind 10 Partner mit mehr als 30 Geschäften angebunden.
Gerade für kleinere Händler kommt dieser Weg häufig nicht in Frage, da sie dafür erst in eine passende IT-Integration investieren müssten. Um ihnen eine unkomplizierte Anbindung ans Online-Geschäft zu ermöglichen, setzen wir auf die Softwarelösung von gaxsys: Einzelhändler erhalten via Browser oder App Zugang zur Artikelbörse und können schon ein paar Tage später die ersten Pakete an Zalando-Kunden verschicken.

 

 

Bisher war die Anbindung über das gax-System nur für Schuhhändler verfügbar, ab sofort können Händler auch Textilien aus ihrem Geschäft verschicken, warum die Ausweitung?

Jan Bartels: Wir sind sehr zufrieden damit, wie sich der Pilot entwickelt hat und haben wertvolle Erfahrungen sammeln können - vom Onboarding neuer Partner bis zum Aufsetzen möglichst effizienter Prozesse. Mittlerweile sind mehr als 100 Händler an Bord, von denen manche um die 300 Bestellungen pro Woche verschicken. Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Projekt nun ausweiten können und durch die Erweiterung um Produkte aus dem Bereich Textil unsere Plattform für noch mehr Partner öffnen können. Interessierte Händler können sich über gaxsys.com melden, um die Teilnahme zu besprechen.

Zalando extends Gaxsys pilot: Fashion items in a store
Zalando SE Gaxsys Schuhaus Fischer 02
Christine Fischer-Lörch im Schuhhaus Fischer in Esslingen.
Zalando SE Gaxsys Schuhaus Fischer 01

Händlerin der ersten Stunde ist Christine Fischer-Lörch vom Schuhhaus Fischer in Esslingen. Wie läuft es mit der Anbindung über gaxsys?

Christine Fischer-Lörch: Wir sind sehr zufrieden. Die Anbindung ist unkompliziert und wir wissen mittlerweile sehr genau, wann wir welche Bestellung übernehmen können und wollen. Montag ist zum Beispiel im Laden häufig etwas weniger los, dafür verkaufen wir dann mehr online.

 

Hat sich dadurch auch das Geschäft vor Ort für Sie verändert?

Christine Fischer-Lörch: Wir kaufen anders ein als früher, zum Teil modischere oder ungewöhnlichere Artikel und insgesamt größere Mengen. Davon profitiert auch der Kunde, der in den Laden kommt, da wir Produkte in allen Größen länger vorrätig haben. Dadurch dass wir zusätzlich online über Zalando verkaufen, können wir insgesamt ein wesentlich breiteres Sortiment einkaufen und haben viel mehr Auswahl vor Ort. Es gab übrigens auch ein paar lustige Nebeneffekte: Einige Male haben wir Bestellungen an Kunden in der Nähe verschickt, die dann zum Teil bei uns vorbei gekommen sind, wenn sie einen Artikel zurückbringen wollten oder eine Frage hatten. Wir bekommen also auch mehr Aufmerksamkeit in unserer Region.

Erst seit einigen Wochen dabei ist Zeki Celic, Geschäftsführer von Riegel Jeans + Fashion in Bard Hersfeld. Er ist zunächst mit Schuhen eingestiegen und will nun auch Kleidung an Zalando-Kunden verschicken. Herr Celic, wie war der Start?

Zeki Celic: Die ersten Wochen sind für uns sehr gut verlaufen. Besonders praktisch ist, dass wir flexibel entscheiden können, welche Bestellungen wir online übernehmen. Der zusätzliche Vertriebsweg hat den großen Vorteil, dass wir zum Beispiel ein Schuhmodell, dass bei uns im Laden nicht ganz so stark nachgefragt wird, trotzdem vollständig abverkaufen können. Davon profitieren am Ende auch unsere Kunden vor Ort: Wir können im Geschäft auch Modelle oder Farben anbieten, die normalerweise nicht so stark nachgefragt werden.

Zum News Alert zur gaxsys-Expansion geht es hier.