Vernetzt, digital, transparent

Zalando SE – Supply Chain Transparency Event

Lieferketten in der Modewelt sind momentan kaum digitalisiert – Zalando und seine Partner wollen das dank Daten und Technologie ändern

Eigentlich redet Dennis Hoenig-Ohnsorg ja nicht so gern über Herausforderungen. Vielmehr sind es die Lösungen, die den Lead des Teams Corporate Responsibility bei Zalando, antreiben. So etwa auch bei der globalen Herausforderung, die sich um das Thema Transparenz in den Lieferketten der Modeindustrie dreht. In dessen Rahmen lud Zalando am Mittwoch und Donnerstag gemeinsam mit Fashion for Good und Betterplace Lab zum Event “TRANSPARENT – Sustainable in the Digital Era” ein. 

“Die Herausforderungen für die Umsetzung von nachhaltigen wie transparenten Lieferketten sind ganz klar da: eine starke Fragmentierung der Kette in viele Einzelteile zum Beispiel. Außerdem ist dieser Bereich kaum digitalisiert”, sagte Dennis beim Panel am Mittwochabend im gut gefüllten Hub im Headquarter von Zalando. “Die größte Challenge aber ist, dass die einzelnen Akteure noch recht unerfahren in der industrie- und markenübergreifenden Zusammenarbeit sind. Wir brauchen deshalb eine stärkere Kooperation sämtlicher Beteiligten weltweit, um das Thema voranzutreiben und vielversprechende Lösungsansätze gemeinsam zu verbreiten.” 

Denn: Es gibt schon einige Lösungen am Markt, doch sind diese noch zu wenig miteinander und mit Brands vernetzt. Genau darum ging es beim Event am Mittwoch und Donnerstag: Dort kamen NGOs, Marken, Start-ups, die an innovativen Tech-Lösungen für eine transparentere Lieferkette arbeiten, zusammen. In einem Hackathon, der in Kooperation mit adidas und Volkswagen stattfand, wurden etwa Lösungen für technische Herausforderungen von Start-Ups gesucht. Zudem tauschten die Teilnehmer in verschiedenen Workshops und einer Paneldiskussion Erfahrungen und mögliche  Lösungen für aktuelle Herausforderungen aus – und sie diskutierten, wie die Zukunft konkret aussehen könnte. 

So stellte Amy Mason, Nachhaltigkeitsberaterin und Forscherin in dem Gebiet, ein Magazin vor, herausgegegeben vom betterplace Lab in Kooperation mit Zalando. In diesem Magazin beschreiben Mason und die Autoren aber nicht nur die Probleme der Modelieferkette, sondern auch viele inspirierende Beispiele für mögliche Lösungswege. “Der Schlüssel dabei”, sagte sie, “ist Technologie”. 

Schon 2020 will Zalando eine der führenden nachhaltigen Fashion-Plattformen Europas sein. Transparente Lieferketten spielen dabei eine wichtige Rolle – und Zalando kann hierbei mit all seiner Expertise zu Daten und Technologie einen wertvollen Beitrag leisten: “Wir wollen globaler Enabler sein und die zahlreichen Akteure zusammenbringen”, sagte Dennis. “Viele Marken und Lieferanten denken und handeln noch zu analog. Dabei können digitale Technologien wie Blockchain, AI und Big Data uns helfen, Daten effizienter zu erheben, diese in wertvolle Information zu verwandeln und damit qualifiziertere Entscheidungen für alle Beteiligten zu ermöglichen.”

Dafür hat Zalando im April diesen Jahres zImpact ins Leben gerufen. Ein Programm, das die vielen Beteiligten der Lieferkette zusammenbringen, innovative Technologielösungen skalieren, die Beachtung für nachhaltige Mode erhöhen, sowie Kunden und Marken befähigen soll, sich für nachhaltige Mode zu engagieren. “Mit unserer Technologie-Erfahrung helfen wir Brands und Start-Ups, die schon viele großartige Lösungen haben. Es geht nicht darum, alles neu zu erfinden, sondern darum, Wege zu finden, wie wir diese Lösungen in ihrer systemischen Wirkung stärken können”, sagte Dennis von Zalando. 

Auf der Veranstaltung am Mittwochabend konnte man erste gute Ansätze sehen. Da bekamen Start-ups wie Haelixa aus der Schweiz, die etwa DNA für eine lückenlose Rückverfolgung (traceability) über die komplette Wertschöpfungskette einsetzen wollen, oder das indisch-schwedische Unternehmen TrusTrace, die auf Datentransparenz im Rahmen der Blockchain-Technologie setzen, eine Bühne, um ihre Lösungen vorzustellen. Die Vertreter der Start-ups und die anderen rund 150 Gäste konnten so ins Gespräch kommen. 
 

Zalando SE – Supply Chain Transparency Event

Dass Events wie diese aber nur ein Anfang sein können, fand auch die Magazin-Autorin Amy Mason. “Erst als ich angefangen habe zu diesem Thema zu recherchieren, habe ich realisiert, dass es schon viele Lösungsansätze gibt, in verschiedenen Bereichen”, sagte sie. “Jetzt geht es darum, diese Ansätze durch Technologien und Datennutzung zu kombinieren und bestmöglich zu skalieren.” 


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