Revolution des Online-Zahlungsverkehrs

Zalando entkoppelt Zahlungen vom Bestellvorgang und lässt Kunden entscheiden, wann und wie sie bezahlen möchten

Rick Centeno, MD Zalando Payments, erzählt, wie Zalando mit innovativen Bezahlprozessen das Einkaufserlebnis verbessert

Rick Centeno Managing Director Payments Zalando Portrait
Rick Centeno, MD Zalando Payments

Du testest gerade eine neue “Try Now Pay Later” Option? Was ist anders?

Rick: Wir trennen erstmals den Bezahlvorgang vom Check-Out - was im Online-Bereich einzigartig ist. Klassischerweise wählen Kunden gleich beim Bestellen, wie sie bezahlen möchten: Entweder sofort, zum Beispiel per PayPal, oder später, zum Beispiel beim Kauf auf Rechnung. 

Wir starten jetzt einen Test, der diese Entscheidung vertagt. Kunden können ihre bestellten Artikel erst zu Hause anprobieren und entscheiden dann, welche sie behalten und wie sie bezahlen möchten. Das ist neu. Denn bei unserem aktuellen “Try First Pay Later”-Angebot können Kunden zwar auch per Rechnungskauf später bezahlen, mussten sich aber bereits beim Check-Out für diese Option entscheiden. Wenn Kunden nun unsere neue Version von “Try First Pay Later” wählen, erhalten sie erst ihre Bestellung und können dann aus allen angebotenen Zahlungsmöglichkeiten wählen. Online-Shopping wird dadurch so bequem und flexibel wie nie.

Wie funktioniert das genau?

Rick: Kunden unserer Testgruppe in Frankreich, die im Check-Out “Try First Pay Later” als Zahlungsoption wählen, müssen bei Abschluss der Bestellungs noch keine Zahlungsinformationen angeben. Nach Zustellung der Bestellung erhält Zalando vom entsprechenden Lieferpartner eine Benachrichtigung und sendet daraufhin eine E-Mail an die Kunden in der wir fragen, ob sie etwas zurückgeben und wie sie zahlen möchten. Kunden können also zu Hause in Ruhe entscheiden, was sie behalten möchten. Anschließend klicken sie auf den Zahlungslink in der E-Mail und wählen aus allen angebotenen Zahlungsoptionen.

Wer kann den Service nutzen?

Rick: Welchen Kunden die neue Bezahlmethode angeboten wird, ermittelt ein komplexes Kontrollprogramm. Die Prüfung erfolgt automatisch anhand unterschiedlicher Kriterien für jede neue Transaktion. Die Anzahl der Kunden, denen wir die neue Option anbieten können, ist vergleichbar mit der vom ursprünglichen “Pay Later”. In Frankreich zum Beispiel wählen unsere Kunden bei einer von zwei Bestellungen “Pay Later”. In Dänemark wird fast bei jedem dritten Auftrag “Pay Later” per Kreditkarte von unseren Kunden ausgewählt.

Ist das eine Reaktion auf PSD2?

Rick: Wir arbeiten kontinuierlich daran, das Einkaufen für Zalando-Kunden noch einfacher zu machen. Dafür kombinieren wir die größten Vorteile des Offline- und Online-Handels zu einem verbesserten Shopping-Erlebnis mit größtmöglicher Personalisierung und Flexibilität. Das gilt auch fürs Bezahlen. Die Weiterentwicklung von “Try First Pay Later” steht im Einklang mit dieser Strategie. Gleichzeitig wollten wir die Implementierung beschleunigen, damit der Bezahlprozess mit den neuen PSD2-Anforderungen konform ist.

Erhöht dies das Risiko auf Zalandos Seite?

Rick: Wir haben ein engagiertes Team mit über zehn Jahren Erfahrung, das an Risikomodellen arbeitet. Risikomanagement ist also eine unserer Kernkompetenzen. Mit der Option “Try First Pay Later” können wir auf effiziente Weise vertagte Zahlungsarten anbieten. Wir haben etablierte Prozesse, die es uns ermöglichen, den Service einer breiten Kundengruppe zugänglich zu machen und gleichzeitig das Risiko für Zahlungsausfälle zu minimieren.

Wie profitieren die Kunden?

Rick: Wer in einem Geschäft Artikel anprobiert, bezahlt auch nicht vor der Umkleidekabine, sondern erst nach der Entscheidung, welche Artikel mit nach Hause genommen werden. Warum sollte es beim Online-Einkauf anders sein? Wir bieten in bestimmten Märkten schon länger den Kauf auf Rechnung an, damit Kunden zu Hause in Ruhe anprobieren können bevor sie überweisen. Jetzt übertragen wir das Modell des Rechnungskaufs auf alle verfügbaren Zahlungsoptionen. Kunden entscheiden selbst, wann und wie sie bezahlen möchten, das gibt ihnen viel mehr Freiheit und Flexibilität.

Weiterführende Inhalte