10 Jahre Zalando: Zwei Generationen im Gespräch

Maik ist nahezu von Anfang dabei, Barbara erst seit ein paar Monaten. Wie verschieden ist da der Blick der zwei Mitarbeiter auf Zalando? Im Interview verraten sie es.

Zalando SE Newsroom Story Barbara Debowska Maik Reimers

Als Maik Reimers und Barbara Debowska sich das erste Mal sehen, treffen zwei völlig unterschiedliche Zalando-Generationen aufeinander. 113 Monate gegenüber 3 Monaten. Oder: 491 Wochen gegenüber 13. Oder: 3441 Tage gegenüber 96.
Maik hat als Mitarbeiter Nr. 17 im Mai 2009 im Office in der Torstraße, dem ersten Zalando-Büro überhaupt, als Praktikant begonnen. Heute leitet er die Abteilung Workplace Applications. Barbara ist Sprecherin für Central Europe im Corporate Communications Team und erst seit diesem Juli bei Zalando.
Zum 10. Geburtstag für uns Grund genug, beide Generationen Zalandos zusammenzubringen. Wir wollen mehr darüber erfahren, wie sich der Blick auf unser Unternehmen über die Jahre verändert hat.

Zalando SE 10 Years

Maik, du hast schon so viele Zalando-Geburtstage mitgemacht. Ist der zehnte da überhaupt noch etwas Besonderes?

Maik: Auf jeden Fall. Gerade in dieser Zeit habe ich wieder viele Flashbacks. Damals, in der Torstraße, als wir eigentlich nur gearbeitet haben bis spätnachts. Als David Schneider freitags um 21 Uhr ins Office kam, mit ein paar kalten Getränken, wir eine kurze Pause gemacht und am Kicker gespielt haben, um dann weiter zu arbeiten. Was für eine Zeit!

Barbara: Zumal damals kaum jemand Zalando kannte. Als ich die Werbung zum ersten Mal sah, dachte ich nur: Wirklich? E-Commerce? Schuhe online? Es konnte ja keiner ahnen, was sich daraus entwickeln würde. Umso krasser ist es jetzt auch zu realisieren, dass es Zalando schon zehn Jahre gibt. 

M: Die sich aber gar nicht so anfühlen wie zehn Jahre. Die Geschwindigkeit ist so hoch und Zalando immer noch so spannend wie am ersten Tag. Dass ich älter geworden bin, merke ich nur im Privaten: Damals kam ich als junger Maik nach Berlin, gerade mit dem Studium fertig. Heute bin ich verheiratet und habe Kinder bekommen. 

Zalando SE Newsroom Story Barbara Debowska

Barbara, du kannst “nur” auf vier Monate zurückblicken. Was verbindest du mit dem zehnjährigen Jubiläum?

B: So komisch es klingt: Die 10 Jahre bedeuten für mich, dass es gerade erst richtig losgeht. Und ich denke, das gilt auch für Zalando. 

M: Auch für Leute, die länger dabei sind, gilt das. Wir vertreten bei Zalando einen Grundsatz, der heißt: Treat every day as first day. Wir versuchen ständig alles zu hinterfragen und unser Geschäft auszubauen. Wenn man sich anschaut, wie groß das Potenzial für Mode in Europa ist, gibt es da noch sehr viele Prozente zu verteilen. Das sind Möglichkeiten, die wir ergreifen wollen. 

B: Dieses Vorausdenken hat für mich auch erst begonnen, seit ich bei Zalando bin. Als Außenstehender denkt man ja: Nahezu der gesamte Markt ist schon bei Zalando. Man sieht überall Pakete, jeder hat damals über die Werbekampagne gesprochen. Doch diesen Spirit, noch besser, noch größer zu werden, merkt man hier vom ersten Tag und treibt einen auch selbst an. 

Wie wurde Zalando 2008/2009 eigentlich wahrgenommen?

M: So gut wie gar nicht, um ehrlich zu sein. Das war ja auch ganz normal. Doch schon damals war beim Blick auf den Modemarkt klar, was es für Potenziale gibt.

B: Und wie bist du dann zu Zalando gekommen?

M: Nach dem Studium war ich relativ unabhängig. Es hat mich gereizt, ein Start-up zu unterstützen und eventuell gar mit aufzubauen. Als ich zum Vorstellungsgespräch kam, hat mich Christoph Lange, Mitarbeiter Nummer drei, zur Seite genommen und erst einmal los geredet. Dass Berlin super sei, günstig, man DVDs für einen Euro ausleihen könne. DVDs! Ich merke gerade wieder, wie lange das alles schon her ist.

B: Ich glaube, ich würde diese Zeit auch gern erleben. Gerade, weil es so viel Gestaltungsspielraum gab.

M: Wir hatten viel mehr Arbeit, als man schaffen konnte. Doch wir jungen Leute haben viel ausprobiert, Fehler gemacht, und wieder ausprobiert – und anscheinend auch einiges richtig gemacht.

Zalando SE Newsroom Story Maik Reimers

Hat sich die Anziehungskraft gewandelt? Damals ging es vor allem darum, etwas Neues aufzubauen. Und heute?

B: Heute spielt der Name, der Ruf, schon eine große Rolle. Privat sind sehr viele Menschen, gerade aus meinem Freundeskreis, mit Zalando in Verbindung gekommen. Es hilft, dass Zalando mit Mode ein cooles Produkt anbieten kann. Außerdem ist Zalando groß und international, trotzdem merkt man die 10 Jahre im täglichen Business nicht so sehr. Es ist trotz der Größe immer noch sehr agil. 

M: Es ist der Mix, denke ich. Wenn Prozesse für 15.000 Mitarbeiter gebaut werden müssen, muss man schon sehr groß denken. Andererseits ist das Start-up-Mindset immer noch sehr ausgeprägt, vor allem in den Projektteams. Das hat sich nie verändert. 

B: Ich dachte ehrlich gesagt, dass ich länger brauchen würde, um mich zurecht zu finden. Ich habe vorher in Start-ups gearbeitet, ich wusste immer ganz genau, zu wem ich gehen muss, wenn ich etwas benötigte. 

M: Man wächst mit der Zeit mit, das habe ich bei mir selbst gemerkt. Ich bin davon überzeugt, dass ich die ersten 400 Leute mit Vornamen und einem Hobby gekannt habe. Dann habe ich irgendwann realisiert, dass es bei 800 nicht mehr so war. Irgendwann kannte man auf den Weihnachtsfeiern dann nur noch jeden Vierten statt jeden Zweiten. 

Zalando SE Newsroom Story Barbara Debowksa Maik Reimers

Welche Tipps kannst du frischen Zalandos geben?

M: Probiert viel aus! So wie wir damals. Ich bin ein Verfechter der Idee, dass Seniors und Juniors über dasselbe Thema ergebnisoffen diskutieren können und sollen. Die beste Perspektive oder Idee gewinnt dann. Aber es braucht Mut, um seine Ideen auch zu verfolgen und zu präsentieren.

B: Ich finde diese problemlösende Attitüde sehr gut, bei der jeder mit jedem diskutieren kann. Dadurch fühlt sich jeder auch ernst genommen. Aber siehst du auch Herausforderungen, bei denen alle mit anpacken müssen?

M: Das Thema Wertekultur ist eines, bei dem alle mit anfassen sollten. Wenn man wie wir schnell wächst, ist es schwierig, die eine Kultur für alle zu vermitteln und zu haben. Es ist wichtig, gemeinsame Values zu erarbeiten, mit denen sich alle identifizieren können. 

Und wenn ihr einen Blick auf die nächsten zehn Jahre werft?

B: Der Weg ist noch lange nicht zu Ende. Wenn wir auf das Business schauen, gibt es noch so viele Ziele zu erreichen. Deshalb ist Zalando für mich auch so interessant. Ich glaube, ich kann mich hier sehr gut weiterentwickeln und meinen Teil zum Gelingen beitragen.

M: Genau darum geht es. Wenn jeder einzelne seine Power in Zalando steckt, können wir unser großes Ziel erreichen, zu dem Synonym für Fashion zu werden. Wenn ich online Mode kaufen möchte, gehe ich zu Zalando. Und eines dürfte wie in den vergangenen zehn Jahren dasselbe bleiben: Wir wussten nie, wo unsere Reise einmal enden soll. Das wissen wir auch heute nicht.


Weiterführende Inhalte